Völlig gebrauchter Abend für HSG Konstanz in Pforzheim

16.03.2026 18:00

Einen völlig gebrauchten Abend erlebte die HSG Konstanz bei der SG Pforzheim/Eutingen und musste sich nach durch die Bank schwacher Vorstellung auch in der Höhe verdient mit 27:36 (10:17) geschlagen geben.

Adam Studentkowski läuft heiß: „Dürfen uns auf einen sehr guten Neuzugang freuen“

Kopflos, extrem fehlerbehaftet und nach den vielen Ausfällen der letzten Wochen am Limit agitierte die HSG Konstanz in Pforzheim. Viel Positives konnte Ralf Bader an der in allen Mannschafteilen ungenügenden Vorstellung nicht finden. „Wenn man noch etwas Positives sehen möchte“, zwang sich der HSG-Coach förmlich dazu, „dann das Wissen, dass wir in der nächsten Saison einen sehr guten Torwart bekommen werden.“ Adam Studentkowski wurde vor seinem bevorstehenden Wechsel im Sommer an den Bodensee zum Konstanzer Albtraum und nach 52 Minuten und zahlreichen spektakulären Paraden gerade bei freien Abschlüssen mit Sprechchören von den Pforzheimer Fans gefeiert. Der Schlussmann der Gastgeber zog seinen künftigen Mitspielern von Beginn an den Zahn. „Adam hat mit einer unglaublichen Ausstrahlung gezeigt, wie das geht und uns die Bälle weggenommen. Wir dürfen uns auf einen sehr guten Neuzugang freuen.“ Neben der tollen Unterstützung der mitgereisten HSG-Fans jedoch der einzige Lichtblick an einem trüben Handball-Abend aus Konstanzer Sicht.

0:5-Fehlstart

An diesem Abend machte er den Gelb-Blauen jedoch wenig Freude. Zusammen mit einer sehr kompakten und beweglichen 3:2:1-Deckung formierte er ein Bollwerk, das die HSG nur selten zu knacken vermochte, stattdessen allzu oft daran zerschellte und sich in überhastete Aktionen und technische Fehler treiben ließ. Diese mündeten in zahlreichen leichten Kontertoren für die Goldstädter. Gerade einmal dreieinhalb Minuten waren auf der Uhr, als Pforzheim so schon auf 5:0 stellte. Konstanz schien bis zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht auf dem Spielfeld zu sein. Spürbar besser wurde es nach Baders Auszeit in der zehnten Minute. Eineinhalb Minuten später stand es nur noch 8:5 und die Gäste schienen angekommen zu sein. „Wir hatten die Chance, heranzukommen, machen aber zu viele Fehler in allen Mannschaftsteilen.“ Bader hatte versucht, seiner Mannschaft die nötige Ruhe zu vermitteln und appelliert, „den Kopf einzuschalten.“

Beste Defensive der Liga wird zum Bollwerk

Doch bis auf ein kurzes Strohfeuer kam zu wenig von den zuletzt sehr belasteten Spielern – und Bader hatte kaum Wechseloptionen. Auf einigen Positionen gab es keine Alternativen mehr. „Wir haben“, so der ehemalige Bundesligaspieler, „von der ersten Sekunde an kopflos agiert, die Bälle schnell weggeworfen und hinten keinen Zugriff bekommen.“ So standen die beiden U19-Keeper Adrian Lehmann und Oscar Mogg auf verlorenem Posten. Während auf der anderen Seite die beste Defensive der Liga demonstrierte, warum sie die wenigsten Gegentreffer in der 3. Liga Süd zulässt. Pforzheim spielte sich teilweise in einen Rausch, in dem alles funktionierte, während auf der anderen Seite das Selbstvertrauen und die Sicherheit immer weiter schwanden. Alleine sechs Querpässe, die auf der Tribüne landeten trieben Bader zur Weißglut. „Ich erlebe jede Woche neue Dinge, die ich so in meiner Karriere noch nicht erlebt habe“, ärgerte er sich. Trotzdem nahm er seine Schützlinge in Schutz, die gerade viel Verantwortung und eine hohe Belastung meistern müssen, obwohl viele angeschlagen sind und auf die Zähne beißen müssen.

Schwächen und Fehler werden ausgenutzt

So könne er die Niederlage, die auch viel mit der Qualität des Gegners zu tun, hat, besser akzeptieren als vor zwei Wochen bei den Rhein-Neckar Löwen II. „Pforzheim hat gut gespielt und unsere Schwächen und Fehler gut ausgenutzt“, erkannte er an. Zur Pause stand ein 10:17-Rückstand. Auch nach dem Seitenwechsel ging es in diesem Muster weiter. Nach 44 Minuten konnten die Nordbadener ihren Vorsprung erstmals zweistellig ausbauen (27:17). Mit Anbruch der letzten neun Minuten leuchtete gar ein deprimierendes 31:19 auf der Anzeigetafel. Immerhin konnte die HSG Konstanz noch ein komplettes Debakel abwenden und den Rückstand bis zum Schlusspfiff auf 27:36 verkürzen.

Kopf und Körper wieder freibekommen

Das nun folgende spielfreie Wochenende kommt angesichts des zusammengeschrumpften Aufgebots gerade recht. Immerhin konnte sich Jo Knipp nach überstandener Erkrankung wieder mit vier Treffern zurückmelden. „Wir werden die kommende Woche nutzen“, berichtet Bader, „um Kopf und Körper wieder freizubekommen.“ Mit Fingerspitzengefühl, um in der Woche darauf eine „möglichst normale Woche zu haben.“ Es wäre die Ausnahme nach turbulenten letzten Monaten mit immer neuen Rückschlägen.

Derby am 27. März

Am 27. März kommt es dann in der Schänzle-Hölle zum nächsten Heimspiel und Derby gegen den HBW Balingen-Weilstetten II.

HSG Konstanz: Adrian Lehmann, Oscar Mogg (beide Tor); Michel Stotz (3), Aron Czako (1/1), Lars Michelberger (6/1), Felix Sproß (5), Luca Schwormstede, Jo Knipp (4), Maxim Pliuto (1), Nikita Pliuto (6), Jonas Hadlich, Sören Fuhrmann, Veit Schlafmann (1).

Zuschauer: 600.

 

Quelle: PM HSG Konstanz

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