Maximal unglücklich verloren

04.09.2022 13:04

Die glücklichere Mannschaft gewinnt: Mit einem 34:33 (18:16) entführt HBW Balingen-Weilstetten beim Samstagskrimi zum Saisonauftakt der 2. Handball-Bundesliga bei den Eulen Ludwigshafen zwei Punkte. Die Entscheidung sechs Sekunden vor Schluss: Nach einem Lattentreffer von Julius Meyer-Siebert beim Stand von 33:33 gibt’s nach dem Gegenangriff Siebenmeter für den Gast, einen, den es wohl nicht geben muss! Oddur Gretarsson scheitert an Matej Ašanin, bekommt den Abpraller und trifft. Doch Eulen-Coach Abt hat die Grüne Karte – sprich Auszeit – gezogen. Dann wird diskutiert: Da Ašanin den Ball abgewehrt hat, aber nicht fest in Händen hält, war die Auszeit nicht regelkonform und es gibt Siebenmeter für die Gäste. Gretarsson verwandelt, Balingen gewinnt 34:33. „Die Regel ist so, aber den Siebenmeter muss man erst gar nicht geben“, hadert Eulen-Teammanager Philipp Grimm nach der unglücklichen Heimniederlage.

 

Rot für Haider und Trost

Die Eulen müssen bei der Saison-Ouvertüre auf Christian Klimek und Jan Remmlinger verzichten. Ihre Zweitliga-Debüts im Dress der Eulen erleben Sebastian Trost und Tim Schaller sowie der bei den Löwen bereits in der Ersten Liga eingesetzte Lion Zacharias. Dem Gast aus Balingen fehlen Uros Todorovic, Kristian Beciri und Lukas Saueressig. Eulen-Neuzugang Trost, der mit feinen Bodenpässen auf Kreisläufer Haider gefällt, macht im dritten Anlauf sein erstes Tor in Liga zwei: 2:0 (3. Minute). In der 6. Minute darf Tim Schaller sein erstes Zweitliga-Tor bejubeln, er nutzt einen Top-Pass von Jannek Klein zum perfekten Gegenstoß: 4:2. Nach 14 Minuten kommt Zacharias für Schaller, einen Pass Kleins nutzt der 19-Jährige zum 12:10. Er verwandelt auch zwei Siebenmeter, nachdem Pascal Durak einen Siebenmeter an die Latte geschmettert hat. Zacharias – fünf von fünf. Das passt! Bitter für die Eulen, dass Kapitän Max Haider in der 23. Minute Rot quittiert. Ihm folgt „Sebi“ Trost drei Minuten nach der Pause. „Wenn dir dann beide im Mittelblock fehlen, wird’s schwierig“, sagt Michel Abt. Später sehen auch die Balinger Guilherme Linhares de Souza (42.) und Jona Schoch (57.) Rot.

 

„Jule“ von null auf hundert

„Es sieht unglücklich aus. Die Schiris sagen, sie geben mir Rot, weil ich ihn im Gesicht getroffen hätte. Habe ich aber nicht“, beteuert Max Haider – und er hat recht. Zehn Minuten später sieht auch Sebastian Trost Rot. „Rot für Trost geht in Ordnung, bei Haider waren es zwei Minuten“, analysiert Eulen-Teammanager Philipp Grimm nach der Partie. Die Roten Karten für Haider und Trost brachten die Statik im Innenblock der Eulen durcheinander, zumal dort mit Christian Klimek eine Säule fehlte und Julius Meyer-Siebert aus einer achtwöchigen Verletzungspause quasi voll null auf hundert kommen musste.

 

Starker Jannek Klein

„Riesenlob an alle für so einen Kampf“, sagt Kapitän Haider nach dem dramatischen Spiel, in dem die Eulen fast immer führen. Nur beim 5:6 (9.), 6:7 (11.) und 7:8 (12.) und in quasi letzter Sekunde ist Balingen vorne. „Es war nicht das Ende, das wir uns erhofft haben. Schade, dass wir uns nicht belohnen konnten“, sagt Jannek Klein, mit acht Toren bei zwölf Würfen bester Torschütze der Gastgeber. Er imponiert – vornehmlich im ersten Spielabschnitt – auch als Zulieferer für Rechtsaußen Durak. Nach dem Seitenwechsel versäumen die Eulen aber auch, die Außen besser und öfter einzusetzen. Klein ist glücklich, dass er in seinem ersten Punktspiel seit dem 6. Dezember 2021 einen solch starken Auftritt hatte. „Ich weiß aber auch, dass ich in Angriff und Abwehr Luft nach oben habe. Ich weiß, dass ich einige überhastete Abschlüsse hatte, wo es besser gewesen wäre, kühlen Kopf zu bewahren“, sagt Klein, der mit viel Mut und beindruckender Dynamik den Weg zum Balinger Tor sucht, das von zwölf Minuten zwischen der 31. und 43. Minute abgesehen Simon Sejr hütet. Zehn Paraden sprechen für ihn.

 

Aus der Not eine Tugend gemacht

„Es wäre der Sieg der Mannschaft gewesen, wir haben aus der Not eine Tugend gemacht“, sagt Julius Meyer-Siebert, der fünf von zehn macht, trotz Trainingsrückstands gut spielte. So übernimmt der gelernte Mittelmann Max Neuhaus nach Haiders Feldverweis die Kreisläuferrolle, machte zwei Tore, verfehlt aber auch beim Stand von 17:15 das leere Tor. „Das war eine maximal unglückliche Niederlage“, hadert „Jule“ Meyer-Siebert, der Rückraum-Turm. „Wir nehmen die positiven Dinge mit“, sagt denn auch Eulen-Coach Michel Abt nach einem Abend, den die eigenen Fans mit einer wunderbaren Choreographie eröffnet hatten. Die Unterstützung von den Rängen war riesig. Dafür danken auch Trainer und Kapitän. „Das Spiel brachte die Entwicklung, die wir wollten“, bilanziert Abt, der mit seinen Eulen jetzt drei Auswärtsspiele vor der Brust hat. Das erste nächsten Samstag (19.30 Uhr) beim ThSV Eisenach. HBW-Coach Jens Bürkle ist nach dem Auftaktsieg natürlich glücklich: „Das hat mega Spaß gemacht. Die Atmosphäre war brutal, es war so hitzig … Ein Spiel, das Lust auf mehr macht. Vielen Dank für einen tollen Handball.“

Die Pressekonferenz nach dem Spiel gibt es hier auf unserem YouTube-Kanal.

Abt-Interview im SWR

Ein Interview mit Michel Abt zeigt das SWR-Fernsehen heute ab 18 Uhr in seinen Nachrichten. Das Gespräch führt Christian Döring.

 

Quelle: PM Eulen Ludwigshafen

Die Eulen Ludwigshafen Herren

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„Jule“ – einmal Leipzig und zurück „Der Sieg tut natürlich gut“, sagt Eulen-Coach Michel Abt beim Blick zurück auf das 31:29 bei der SG BBM Bietigheim. Von Rückenwind durch den Auswärtssieg mag Abt dabei aber (noch) nicht sprechen. „Dazu braucht’s schon eine kleine Serie. 3:3 Punkte aus den drei Auswärtsspielen ist okay, aber auch nicht mehr“, sagt der Trainer vor dem Gastspiel des Bundesliga-Absteigers. „Lübbecke besitzt hohe individuelle Qualität, spielt einen klassischen Handball und hat zwei sehr gute Torhüter“, betont Abt. Seit Wochenbeginn ist Julius Meyer-Siebert wieder in Ludwigshafen. Der Rückraumspieler fehlte den Eulen in Potsdam und in Bietigheim, weil er vom personell gebeutelten SC DHfK Leipzig, bei dem er mit Erstspielrecht vertraglich gebunden ist, angefordert worden war. Beim 29:29 in Lemgo traf Meyer-Siebert zum 20:20, zählte beim 22:23 gegen den HSV Hamburg und beim 32:29 gegen Erlangen zum Kader und spielte beim 24:30 bei den Rhein-Neckar Löwen für die Sachsen. Da

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