Sich selbst ein Bein gestellt

22.10.2023 17:42

Die vierte Niederlage in Folge quittiert – und doch von den Fans mit Beifall verabschiedet. Die große Moral, der tolle Kampfgeist, der unbändige Wille begeisterte die Anhänger der Eulen: 1622 Zuschauer sahen am Samstagabend die 30:31 (14:16)-Niederlage der Eulen Ludwigshafen gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Es war ein packendes Kampfspiel, das der Gast mit einem 5:0-Lauf nach einem 24:26-Rückstand noch einmal drehte. Und doch: Eine Sekunde mehr und Alex Falk hätte noch auf 31:31 gestellt. Hätte, Wenn und Aber … – der Konjunktiv bringt keine Punkte!

GEDENKMINUTE FÜR TERROR-OPFER IN ISRAEL

Vor dem Anwurf gab es eine stilvolle, berührende Gedenkminute für die Opfer des terroristischen Anschlags der Hamas in Israel. Hallensprecher Thomas Stüber verlas den folgenden Text: „Die furchtbaren Auseinandersetzungen in Israel erschüttern und berühren uns alle sehr. Wir trauern um die Opfer und sind in Gedanken bei ihnen und ihren Angehörigen. Handball ist ein völkerverbindender Sport. Deshalb stehen wir alle ein für ein friedliches Miteinander, für Respekt, Toleranz und Solidarität. Heute möchten wir gemeinsam aller Opfer gedenken. Wir bitten um einen Moment des Innehaltens – als Zeichen für Frieden und Solidarität.“

MAX HAIDER FRÜH RAUS - KASPER MANFELDT HANSEN VERLETZT

Es begann alles andere als gut für die Eulen: In der 41. Sekunde scheiterte Kreisläufer Max Haider an HSG-Schlussmann Björn Buhrmester. In der 6. Minute musste Haider, der Kapitän der Eulen, wegen einer schmerzhaften Fußverletzung raus, und kam nicht wieder. Tom Bergner übernahm und musste am Kreis 54 Minuten durchspielen, weil Kasper Manfeldt Hansen, der dritte Kreisläufer im Kader, wegen einer Knieverletzung ausgefallen ist. „Ich kann ehrlich gesagt nicht sagen was da ist. Ich hatte im Training damit schon ein bisschen Probleme, jetzt im Spiel ist mir Dominik Kalafut drauf gefallen. Dann war es vorbei“, erklärte Haider: „Ich gucke jetzt mal, lasse am Montag alles abchecken und schaue, dass es für Potsdam irgendwie reicht“, erklärte Haider mit Blick auf die englische Woche, die am Mittwoch (20 Uhr) im Spiel beim 1. VfL Potsdam ihre Fortsetzung findet.

 

„DIE HALLE HAT UNS GETRAGEN“

Nach sieben Minuten waren die Eulen bei der samstäglichen Berg- und Talfahrt erstmals deutlich im Hintertreffen: 1:4. Beim Stand von 3:4 setzte Kian Schwarzer einen Siebenmeter an den Pfosten. Der Linksaußen (4 von 6) ließ sich aber nicht entmutigen, verkürzte nach Zusammenspiel mit dem abwehrstarken Julius Meyer-Siebert auf 4:5. Dann schien sich die Partie zu drehen: Bergner 6:7, Sebastian Trost mit Aufsetzer zum 7:7, Bergner 8:7 nach Trost-Zuspiel. Nach 14 Minuten führen die Eulen erstmals in der umkämpften Partie. Trosts 9:8 egalisiert Dominik Kalafut (15. Minute). Symptomatisch für Handball kurios an diesem Abend, Jannek Kleins Ausrutscher wenig später, der dem Gast Ballbesitz und die Führung durch Tarek Marschall in der 17. Minute beschert (9:10). Schwarzer per Siebenmeter glich wieder aus, Bergner erwies sich gerade auch in dieser Phase in der Abwehr als Fels in der Brandung. „Es hat Spaß gemacht“, sagt Bergner, der sich völlig ausgepowert hat. Die Eulen führten wieder: 11:10 durch Mex Raguse, nach der ersten Auszeit kommt Finn Leun auf Halbrechts für Klein und performed auf Anhieb: 12:11. Nach Raguses 13:12 wechselt der Gast im Tor: Ivan Budalic kommt, Björn Buhrmester verabschiedet sich mit einer Parade. Wenig später vollziehen auch die Eulen einen Wechsel im Tor: Ziga Urbic räumt nach 27 Minuten das Feld für Mats Grupe. Die knappe Eulen-Führung aber ist dahin, weil die Zahl der technischen Fehler zu hoch ist und Bumerang-Wirkung hat: 14:16 zur Pause.

DER PERFEKTE KEMPA

Nach 32 Minuten ist Nordhorn mit vier Toren vorn, führt 18:14. Das 15:18 erkämpfte Mex Raguse eindrucksvoll mit dem hoch motivierten Schwarzer, wenig später die erste von sieben Paraden von Mats Grupe. Es ist ein Signal: Hier geht noch was. Das 16:18 erzielt Raguse, der nach resolutem Ballgewinn einen Gegenstoß erfolgreich abschließt. Den Anschluss zum 17:18 stellt Tom Bergner her. „Es war anstrengend, ich war kaputt, aber die Halle hat uns getragen“, sagt der abschlussstarke Bergner (3 von 3.) Das umjubelte 18:18 markiert Raguse nach einem tollen Tempogegenstoß im Zusammenwirken mit Falk (35.). Es wird eine wilde Fahrt. Beim Stand von 18:20 trifft Jannek Klein den Pfosten (36.). Die Eulen bleiben dank des in der 2. Halnbzeit auffallend agierenden Mex Raguse dran. Er wird zu einem Faktor in der Abwehr und trifft erstmal nach Belieben. In der 43. Minute sein erster Fehlwurf, Tim Schaller saß auf der Strafbank, das eigene Tor war leer, HSG-Keeper Budalic traf. Der Gast führte 24:22. Joh Wohlrab nahm die zweite Auszeit. Dabei wurde ein Kempa ausgeheckt, dessen perfekte Vollendung durch Schwarzer und Klein die Halle beben ließ: 23:24 – noch 15 Minuten …

17 TECHNISCHE FEHLER!

Mit einem fantastischen 4:0-Lauf setzen sich die Eulen bis zur 47. Minute auf 26:24 ab: 24:24 Ausgleich durch Klein nach Tempogegenstoß und Vorarbeit von Schwarzer, 25:24 durch Abfangjäger Falk, 26:24 – wieder Falk. Dann geschieht Unglaubliches: Die HSG setzt sich auf 29:26 ab (53.). „Bei Zwei-Tore-Führung darf uns kein 0:5-Lauf passieren“, hadert Mex Raguse (8 von 12). „17 technische Fehler sind viel zu viel“, nennt Trainer Wohlrab am Ende einen spielentscheidenden Fakt. Moral und Wille aber haben seine Jungs bewiesen: Klein (6 von 12) wird mit Raguse zum Gesicht der Aufholjagd: 27:30 (55.). Raguse – Gegenstoß – 28:30. Eine Minute vor dem Ende - 29:30 durch Klein. 62 Sekunden vor dem Spielende aber gelingt dem herausragenden Tarek Marschall das 31:29 für die Gäste. Dann Foul an Bergner – Siebenmeter. Schwarzer scheitert am guten Budalic. Es bleiben 42 Sekunden. Elf Sekunden vor Schluss trifft Marc-Robin Eisel nach Einzelleistung: 30:31. Noch einmal haben die Eulen Ballbesitz, in Falks Abschluss platzt die Schlusssirene – das Tor zählt nicht mehr, der Krimi ist verloren.

ERST NACH POTSDAM, DANN KOMMT HÜTTENBERG

„Wir haben die Halle, wir führen, obwohl wir noch nicht da sind, wo wir hin wollen, die Einstellung ist da, kämpferisch haben wir extrem viel investiert“, hadert Mex Raguse am Ende mit dem zwischenzeitlichen 0:5-Lauf, der Vielzahl technischer Fehler, als die Mannschaft die Führung aus der Hand gab. „Ich würde lieber fünf Tore weniger schießen und wir gewinnen“, sagt Raguse. „Man hat gesehen – wir wollten! Hintenraus waren es aber zu viele Fehler“, gestand Jannek Klein, der beim Spieler-Talk ebenso wie Tom Bergner für die großartige Unterstützung der Fans dankte. Am Mittwoch sind die Eulen, die nun 6:10 Punkte haben, in Potsdam als Außenseiter auf der Platte. Nächsten Samstag (18 Uhr) ist der TV Hüttenberg zu Gast in Ludwigshafen. „Dann wollen wir mit euch einen Sieg und zwei Punkte feiern“, versprach Tom Bergner den Fans.

DANKE NOTHELFER

Improvisation war in der Organisation für Julia Ost nach vielen Ausfällen im Team hinter dem Team gefragt, vor allem auch um die TV-Live-Reportage der Partie zu gewährleisten. Die Ausfallliste war so lang wie noch nie. An der LED-Bande fiel Technik-Guru Dennis Schultz aus. An der Kamera fehlte die bewährte Steffi Kärcher, am Regiepult Stephan Stelzer, bei den Ordnern Bernt „Z“ Zeitler und Jan Fohrmann, dazu in der Betreuung der Schiedsrichterinnen und der Zeitnehmer Hubi Portz-Funke und Markus Altmann. Hinzu kam der Ausfall von Tim Stürmer, der Eule. Ihn ersetzte Marcel Mayer. Er war ein Top-Vertreter genau wie Marvin Seidenspinner (Regie), Marcel Dudek (Kamera Dyn), Markus Lück (Videoboard), Robert Lück (Kamera Sportlounge) sowie Nico Hasert. Das Multi-Talent hielt die LED-Bande am Laufen und leistete wie so oft so vieles mehr …

Quelle: PM Eulen Ludwigshafen

 

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