Trotz Niederlage ein Schritt voran

22.08.2022 13:13

100 Jahre TG Waldsee – ein Grund zum Feiern. Das tat auch die rührige Handball-Abteilung des von „Sam“ Claus geführten Vereins mit der sportlichen Jubiläums-Gala am Samstag. Zu Gast die Eulen Ludwigshafen und die SG BBM Bietigheim, die ihre Generalprobe in der Rheinauenhalle austrugen. Die SG entschied das Zweitliga-Duell gegen die Eulen 20 Sekunden vor Schluss für sich und gewann 28:27 (14:14). Vorher spielte das Pfalzliga-Team der TG Waldsee jeweils 30 Minuten gegen die Zweitligisten. Gegen die Eulen unterlagen die Gastgeber 6:22, gegen Bietigheim mit dem in Waldsee groß gewordenen Dominik Claus 9:21.

14:14 zur Pause

Das Duell zwischen den Eulen und der SG BBM Bietigheim weckte große Lust auf Zweitliga-Handball. SG-Coach Iker Romero, im zweiten Jahr auf der Kommandobrücke, musste ohne Kapitän Paco Barthe, dessen Rückraumkollegen Nikola Vlahovic, Linksaußen Alexander Pfeifer und Kreisläufer Patrick Rentschler auskommen. Auch den Eulen fehlten vier wichtige Spieler: Kreisläufer Max Haider, Spielmacher Jan Remmlinger, Rückraumstütze Julius Meyer-Siebert und Linksaußen Lion Zacharias. Das Spiel bis zur Pause ein Kopf-an-Kopf-Rennen, ein Duell auf Augenhöhe. 14:14 hieß es nach 30 Minuten.

Michel Abts gutes Gefühl

Nach dem 16:16 in der 34. Minute dann ein 4:0-Lauf der Schwaben, die sich innerhalb von drei Minuten auf 20:16 absetzten. „Was sich durch die ganze Vorbereitung zieht ist, dass wir im Angriff zu viele Bälle wegwerfen und so Gegenstoß-Tore bekommen, was mich ärgert. Wir schwächen uns immer wieder selbst“, monierte Eulen-Trainer Michel Abt. Der Gesamtauftritt der Mannschaft, die sich nach dem Vier-Tore-Rückstand mit großer Moral und Willensstärke wieder zurück kämpfte, nach 49 Minuten den Gleichstand schaffte (24:24), dann sogar noch einmal führte (25:24) lässt den Cheftrainer „mit einem guten Gefühl“ in die letzte Woche der Vorbereitung gehen.

 

Am Ende fehlt Cleverness

„Ein insgesamt guter Auftritt der Mannschaft. Leider verpennen wir den Start in die zweite Halbzeit, Matej hat dann aber auch ein paar Paraden und wir kommen zurück. Am Schluss verlieren wir, weil uns da die Cleverness fehlte“, sagte Co-Trainer Andrej Kogut, der im Vergleich zur Vorwoche in Eisenach aber „einen Schritt voran gesehen“ hat. Auf der Tribüne schaute übrigens Jannis Schneibel, der Spielmacher des ThSV Eisenach interessiert zu, der seit Mittwoch Heimaturlaub in Hochdorf genießt.

 

„Klimo“ ist zurück

Ballverluste der Eulen wusste Bietigheim vor allem durch Christian Schäfer und Max Öhler entschlossen und kaltblütig zu nutzen. Bei seinen fünf Paraden zeigte der nach der Pause für Konstantin Poltrum ins Tor gerückte Ex-Berliner Fredrik Genz Klasse. Zweimal rettete er mit großartigen Paraden gegen Christian Klimek, der dann doch noch zwei Tore warf und ein Sonderlob seines Trainers einstreichen durfte. „Mega stark“, gratulierte Michel Abt seiner Urgewalt vom Kreis nach den spannenden, höchst unterhaltsamen 60 Minuten in der Rheinauenhalle. „Sebi‘ und ,Klimo‘ haben einen sehr guten Innenblock gestellt! Leidenschaft und Kampf waren voll da“, lobte der Coach Sebastian Trost und Christian Klimek, der trotz seines grippebedingten Trainingsrückstands einen guten Auftritt nahm.

 

,Sebi‘ Trost zeigt seine Qualitäten

,Sebi‘ Trost wiederum zeigte, warum ihn der Trainer unbedingt haben wollte. Der 24 Jahre alte Schlacks gefällt als disziplinierter Arbeiter im Abwehrblock, vermag aber auch durchaus clever Tore zu erzielen. Mit sechs Treffern bei elf Würfen war er am Samstag erfolgreichster Torschütze der Eulen. Augenscheinlich Trosts Blick für besondere Momente. Genial sein Diagonalpass, den Rechtsaußen Alexander Falk in der 3. Minute zum 3:3 nutzte. Auf Mitte Rückraum wurde einiges mit wechselnden Besetzungen probiert. Da war Max Neuhaus, dem einige sehr gute Anspiele auf Jannek Klein gelangen, da war der unorthodoxe Marc-Robin Eisel, der vier von fünf machte, und da war der willensstarke Pascal Bührer. Positiv nach dem Ausfall von Zacharias der mutige Auftritt von Linksaußen Tim Schaller, der zwei von drei Chancen nutzte.

 

Jannek Klein setzt Akzente

Energiegeladen, athletisch enorm gestärkt, zeigt Jannek Klein, der wegen zweier Meniskusoperationen ein halbes Jahr fehlte, Flagge. Er machte vier von neun, scheiterte einmal auch an dem klasse reagierenden Genz, aber auch wie er einräumt auch an Übermotivation. „Wir müssen noch ein bisschen cleverer werden“, sagt der 23-Jährige. Selbstkritisch fügt der Halbrechte aber auch an: „In der Abwehr gibt es für mich einiges, was noch zu verbessern ist, bei der ein oder anderen Chance im Angriff muss ich cooler sein. Ich bin aber insgesamt ganz zufrieden, auch wenn ich um einige Baustellen weiß.“

Statistik
SG BBM Bietigheim: Poltrum (31. Genz) - Hejny (1), Velz (3), de la Pena (5) - Schäfer (5/1), Öhler (8) - Wiederstein (3) – Claus, Fischer (3), Krügele, Lopez

Eulen Ludwigshafen: Ašanin - Klein (4), Neuhaus (1), Trost (6) - Falk (2), Schaller (2) - Klimek (2) – Durak (2/2), Salger (1), Eisel (4), Bührer (3), Keskic

Spielverlauf: 1:0 (1. Minute), 3:3 (6.), 10:10 (20.), 13:11 (25.), 14:14 (Halbzeit), 14:15 (31.), 20:16 (37.), 22:20 (43.), 24:24 (49.), 24:25 (50.), 26:25 (54.), 27:27 (60.), 28:27 (Ende) - Siebenmeter: 1/1 - 3/2 - Zeitstrafen: 2/2 - Zuschauer: 600 - Schiedsrichter: Kern/Kuschel (Bellheim/Kandel).

 

Spaß und gute Unterhaltung

Das „Warm up“, wie Eulen-Coach Michel Abt die 30 Minuten gegen Pfalzligist TG Waldsee nannte, war gelungen. Die Eulen boten dem Publikum in Rheinauenhalle gute Unterhaltung, die Mannschaft von TG-Trainer Benny Wingerter durfte - wie später auch gegen die Gäste aus Bietigheim – lernen und mit Spaß einen besonderen Tag erleben. Riesenjubel in der 1. Minute, als Elias Nowack Waldsee mit 1:0 in Führung brachte. Nach den sieben Paraden von Žiga Urbič spielte der Zweitligist sein Tempo über die schnellen Außen aus. Bemerkenswert aber auch die Leistung von Kai Knittel und Daniel Claus im Tor der TG Waldsee. Bester Werfer der TG: Tayfun Tok (3).

Statistik
TG Waldsee: Knittel (18. Claus) - Nowack (1), Rihm, Tok (3) - Bredehöft, Spieß – Ullmeyer (1) – Kißler, Blohm, Dattge, Jens Eckrich (1), Spuhler, Karl

Eulen Ludwigshafen: Urbič - Salger (1), Bührer (3), Eisel (1) - Falk (4), Schaller (2) - Manfeldt Hansen (3) – Durak (4), Keskic (2), Neuhaus, Klein (2)

Spielverlauf: 1:0 (1. Minute), 4:12 (22.), 6:22 (Ende) - Siebenmeter: -/- Zeitstrafen: 0/1 - Zuschauer: 500 - Schiedsrichter: Klemm/Schwarz (Dahn).

 

Quelle: PM Eulen Ludwigshafen

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„Jule“ – einmal Leipzig und zurück „Der Sieg tut natürlich gut“, sagt Eulen-Coach Michel Abt beim Blick zurück auf das 31:29 bei der SG BBM Bietigheim. Von Rückenwind durch den Auswärtssieg mag Abt dabei aber (noch) nicht sprechen. „Dazu braucht’s schon eine kleine Serie. 3:3 Punkte aus den drei Auswärtsspielen ist okay, aber auch nicht mehr“, sagt der Trainer vor dem Gastspiel des Bundesliga-Absteigers. „Lübbecke besitzt hohe individuelle Qualität, spielt einen klassischen Handball und hat zwei sehr gute Torhüter“, betont Abt. Seit Wochenbeginn ist Julius Meyer-Siebert wieder in Ludwigshafen. Der Rückraumspieler fehlte den Eulen in Potsdam und in Bietigheim, weil er vom personell gebeutelten SC DHfK Leipzig, bei dem er mit Erstspielrecht vertraglich gebunden ist, angefordert worden war. Beim 29:29 in Lemgo traf Meyer-Siebert zum 20:20, zählte beim 22:23 gegen den HSV Hamburg und beim 32:29 gegen Erlangen zum Kader und spielte beim 24:30 bei den Rhein-Neckar Löwen für die Sachsen. Da

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